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Ausstellung vom 20.03. - 15.04.2004

Tania Strickrodt

"Immer zuerst der Himmel"

Landschaften
Der Patriot
Prof. Dr. Dagmar Neumann-Mahlkau                               Roonstr. 104, D-47799 Krefeld

Sehr verehrte Damen und Herren

Ich habe die Ehre und es ist mir eine große Freude, Ihnen heute eine junge, aufstrebende Künstlerin vorstellen zu dürfen.

Tania Strickrodt, geboren in Hannover, wuchs in Deutschland und in Österreich auf und lebt und arbeitet heute in Krefeld am Niederrhein.

Nach dem Abitur in Tunbridge Wells, England, begann sie in Hannover mit dem Studium von Graphik Design, eine ganz natürliche Folge ihres zeichnerischen Talents, das bereits im Alter von 6 Jahren in sauberen und äußerst detailgenauen Zeichnungen zum Ausdruck kam.

Ihr Studium hat sie in den Jahren 1992 bis 1995 als Aquarell- und Zeichenlehrerin im Malstudio des Lion-Clubs in Hannover finanziert. Wenn aber das 1977 in Krefeld mit dem Titel Diplom-Graphikerin abgeschlossene Studium die „Pflicht war dann war das gleichzeitig in Hannover und Krefeld parallel laufende Studium der freien Malerei die „Kür". Die freie Malerei ist ihre eigentliche Liebe.

Tania Strickrodt wurde aufgrund ihrer Begabung bisher dreimal, nämlich in den Jahren 1999,2000 und im Jahr 2003 ausgewählt zur Teilnahme an der „Internationalen Sommerakademie" in Salzburg.

Ihre Arbeiten haben bereits zahlreiche Ausstellungen erlebt. Sie wurden in Deutschland, Österreich und auf Mallorca gezeigt, so z.B. in der „Galerie Minker & Partner" in Santa Ponca, Mallorca; im Opernhaus in Hannover; desgleichen im „Kunstkreis Hannover, Laatzen; in der Galerie „Kunstpreis" in München; im „Relais & Chateau" in Österreich; und in Krefeld im „Stadtwaldhaus, bei Cerestar Deutschland GmbH und im Großhüttenhof in einer Atelierausstellung, um nur einige zu nennen. Ihre Bilder befinden auch in öffentlichem und im Privatbesitz im In- und Ausland.

Die handwerklich anspruchsvolle Ausbildung im Graphikstudium bildet die Basis für Tania Strickrodts künstlerische Entwicklung. Das ihr eigene zeichnerische Talent zeigt sich in ihren von der Graphik bestimmten Schriftbildern, in hoch detaillierten Radierungen, Druckgraphiken. Es zeigt sich ebenso in ihren Akt-Studien, von denen zwei in dieser sonst der Landschaft vorbehaltenen Ausstellung zu sehen sind, in farblich starken Still-Leben mit Früchten, in Meeresbildern, Bildern verlassener Häuser und in Architekturbildern, und natürlich auch in ihren Landschaftsbildern, die in den letzten Jahren immer mehr den Mittelpunkt ihres Schaffens rücken.

Diese spiegeln Aufenthalte in Salzburg, Italien, in der Bretagne, in Mecklenburg, auf Teneriffa und ihr Leben am Niederrhein. Sie spiegeln aber vor allem ihre große Liebe zur Natur.

Die Ausstellung steht unter dem Motto „ Immer zuerst der Himmel...". Das heißt, dass bei den Landschaftsbildern der Malprozess sprichwörtlich mit dem Himmel beginnt. Der Himmel ist das strukturgebende Element. Er wird dabei sowohl als transparentes, lichtes und lichtgebendes Element eingesetzt, er kann aber auch dunkel und fast drohend ein Bild beherrschen. Die Gegenstände der Landschaft, Bäume und Baumgruppen, Sträucher, Felder, Wege, Feldraine, Felsen und Felsabbrüche werden ganzheitlich gesehen, also nicht als einzelne Elemente. In der Gestaltung der Landschaft steht der graphische Rhythmus, in dem die einzelnen Gegenstände sich zu Gruppen formieren und den ihnen eignen Rhythmus entwickeln.

Ganzheitliches Sehen zeichnet die Formsprache aus. In den Bildern entsteht eine Spannung zwischen Bewegung und Ruhe, zwischen Fläche und Raum. Übergänge und Nuancen von Licht und Dunkel tragen zur Spannung bei. Die begrenzten und begrenzenden Gegenstände der Landschaft erfahren in letzter Zeit eine befreiende Auflösung die zu einer Verwandlung des Gegenständlichen in abstrakte Form führen. Die Künstlerin selbst bezeichnet diesen Vorgang als „Suche nach Form zwischen Perfektion und Freiheit".

Ein Beispiel hierfür ist die Serie der Bilder von Felsformationen an der Küste Teneriffas. Felsen und verlassene Bauernhausruinen sind als Gegenstände nicht wichtig, wichtig sind nur noch die Strukturen. Und wichtig bleibt wie in allen Landschaftsbildern die Horizontlinie. Diese verhindert, dass sich das Auge verliert, im Gegenteil, der Betrachter wird ins Bild gesogen und kann darin spazieren gehen.

Ein letztes Wort zu den Farben.

Die Malerin liebt starke, ungebrochene Farben, gleichzeitig aber auch weiche und zarte Farben, die immer kraftvoll wirken. Ungewöhnliche Farbkombinationen werden gewählt, um die Ästhetik im herkömmlichen Sinn zu brechen. Bewusstes Weglassen von Farbe wird ebenfalls als Dekorationselement eingesetzt. Auch dafür sind die Bilder aus Teneriffa ein Beispiel.

Helle Flächen werden immer mit dunkeln Farben unterlegt und dunkle Flächen mit hellen. Die Farben sind nicht flächig aufgetragen. Bei näherem Hinschauen ist zu erkennen, dass der Farbauftrag in vielen Schichten geschieht. An vielen Stellen erreicht der Farbauftrag bis zu 40 Schichten. Die Oberflächen mit der so gewonnenen Struktur scheinen den Betrachter aufzufordern, die Strukturen zu ertasten.

Eingesetzt werden beim Farbauftrag die verschiedensten Materialien, zur Farbgebung und Oberflächenstrukturierung. Von Steinen geschabte Flechten werden verwendet, Ziegelstaub, Kaffeesatz, Sägespäne, Sand, und von Felsen gekratztes Material.

Ich habe versucht, Ihnen die Künstlerin näher zubringen, meinen persönlichen Eindruck ihrer Bilder zu vermitteln. Ich lade Sie nun ein sich an der Schönheit der Bilder zu erfreuen und in ihnen spazieren zu gehen. Sollte Ihnen das eine oder andere besonders gefallen, können Sie es erwerben.

Ich danke Ihnen
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